2. Lauf zur Österreichischen Motorradmeisterschaft im Rahmen des Alpe-Adria-Cups
19.-20. Mai, Automotodrom Grobnik, Rijeka

Auf Rijeka war ich ganz besonders „heiß“, da das Automotodrom Grobnik meine absolute Lieblingsstrecke ist und ich hier 1997 meinen ersten Sieg im Honda-Cup erringen konnte. In den vergangenen Wochen haben wir das Motorrad weiterentwickelt. Außerdem bekam ich von Held neue Racing-Handschuhe, die mir das Drehen am Gasgriff zusätzlich erleichtern sollten.

Zudem konnte ich Charly Weber (in Insiderkreisen auch unter Sir Charles Webster bekannt) als Teammitglied gewinnen, der mich nun mit seiner Power unterstützt. Auch Harry Schantl war soweit genesen, daß er wieder mit von der Partie war.

Das Rennwochenende begann im wahrsten Sinn des Wortes turbulent. In der Nacht von Frei-tag auf Samstag brach die berühmtberüchtigte „Bora„ über das Fahrerlager ein. Ein Gewitter und starke, böige Winde richteten einige Verwüstungen an. Ich habe jedoch meine „sieben Zwetschken„ (d.s. zwei Moperln, zwei Mechaniker, 123 Dosen Bier, 54 Packerlsuppen und 76,5 Palatschinken) sicher im LKW verstaut. Im Laufe des Samstag besserte sich jedoch das Wetter und blieb den Rest des Wochenendes sonnig.

Training
Bereits im freien Training zeigte sich, daß wir gegenüber dem Hungaroring eine deutliche Leis-tungssteigerung erreicht haben. Bei einer 12 Runden Rennsimulation am Freitag konnte ich mit den neuen MICHELIN Reifen eine Zeit von 1:34,2 fahren.Die Bedingungen beim ersten Zeit-training am Samstag vormittag waren bedingt durch Windböen schwierig. Mit 1:35,9 landete ich auf den dritten Platz. Am Nachmittag lies der Wind nach, bedingt durch die zunehmende Asphalttemperatur konnte ich trotzdem meine Zeit vom Vormittag – wie die meisten anderen Fahrer auch – nicht mehr verbessern. Trotzdem war der dritte Startplatz ein befriedigendes Ergebnis.


Rennen
Der Start gelang mir ebenfalls besser als in Ungarn. Ich bog als sechster in die erste Kurve. In den nächsten vier Runden fuhr ich in einer vierer Gruppe mit dem Aprilia Testfahrer Claudio Pellizzoni, Reinhold Gutzelnig und Willi Strobichler. Nach dem Ausfall von Karl Truchsess entwickelte sich ein Vierkampf um Platz zwei. Pellizzoni konnte im weiteren Rennverlauf das Tempo nicht mitgehen und viel zurück. In den letzten vier Runden ging der Dreikampf um den zweiten Platz weiter. Trotz mehrerer Attacken gelang es mir jedoch nicht mehr, einen Über-holvorgang durchzuziehen, sodaß ich mich letztendlich mit dem vierten Platz zufrieden geben mußte. Auf den zweiten Platz fehlten mir gerade mal 1,5 Sekunden. Letzendlich war ich wieder deutlich schnellster Aprilia-Pilot.

Die Leistungssteigerung gibt uns Auftrieb für das nächste Rennen am Pannoniaring. Bis dahin ist noch Zeit zu testen und ich bin zuversichtlich, daß wir das ein oder andere Zehntel noch finden werden.

Schmerzlich ist nur meine deutliche Niederlage gemeinsam mit Christian Stampfer jun. gegen die Fußballgötter Sir Charles Webster und Rudi Mallek. Die Spielkultur auf höchstem Niveau hat sich gegen den jugendlichen Kampfgeist deutlich durchgesetzt. Trotz Schiedsrichterbeste-chung und Ausnützung sämtlicher topographischer Möglichkeiten im Fahrerlager konnte ich die Niederlage nicht verhindern. Ich hoffe, daß ich diese Schmach bis zum nächsten Rennen seelisch verkrafte.