
Auf dieses Rennen freute ich mich schon ganz besonders, immerhin ist es mir in Rijeka immer gut gegangen. Aber bevor es losging mußte mir Dr. Dann noch einiges an Blut aus dem rechten Unterarm saugen.
Besonders lässig war die Tatsache das ich mich Albert Beichtbuchner (Honda-Cup Junioren Sieger 1996) begleitete. Es war eine Riesen Gaudi als wir die alte Zeiten nochmals aufleben liesen. Auch mit meinen Händen ging es immer besser. Die linke Hand konnte ich schon fast ganz ausstrecken, nur mit der rechten hatte ich noch Probleme. Den ganzen Freitag kümmerte ich mich mit Albert um eine gute Abstimmung für die Übersetzung und das Fahrwerk. Es war sehr heiß und so konnte man mit einem neuen Satz Reifen nur wenige schnelle Runden drehen. Ich merkte gleich in den ersten Runden das ich das Bike noch nicht so schnell bewegen kann wie ich mir das vorstelle. Speziell bei der Bergaufkurve vor der langen Gegengeraden war mein Körper noch viel zu langsam.
Am Samstag war ich nach beiden Zeittrainings an vierter Stelle. Ich war nicht sonderlich beunruhigt weil ich noch einige Reserven für das Rennen hatte.
Am Sonntag war die Wetterlage alles andere als einfach. Regen-Sonne-Regen-Sonne usw.
Ich entschied mich mit Regenreifen an den Start zu gehen. Doch schon in der Einführungsrunde wußte ich das ich mit meiner Reifenwahl ganz tief in die Scheiße gegriffen habe. Weil ich zu spät zur Startaufstellung kam konnten wir die Reifen nicht mehr wechseln, und so hatte ich das Rennen schon verloren ohne das es überhaupt begonnen hatte. Ich konzentrierte mich auf einen guten Start und hoffte das es wieder zu regnen beginnt. Gleich in der ersten Kurve konnte ich die Führung übernehmen und hatte nach der ersten Runde schon 4sec. vorsprung. Auch in der zweiten Runde konnte ich meine Führung noch ausbauen. Doch dann war der Regenreifen-Schmeh zu ende. Ich wurde von den anderen Fahrern aufgesaugt und nach hinten durchgereicht. Es war schrecklich nichts machen zu können. Gegen Ende des Rennens hatte ich angst das es mir den Reifen zerfetzt und fuhr an die Box. Als ich durch die Box fuhr stellte sich ein Italienischer Mechaniker auf die Boxenstrasse und hat mir Aplaus gespendet. Warscheinlich hat er mitbekommen wie ich mit den Regenreifen auf der trockenen Fahrbahn gekämpft habe. Eine nette Geste die es von einem Österreicher wohl nie geben wird.
Ich fuhr zu unserem LKW und zog mir das Leder aus. In diesem Moment fing es zu Regnen an. Verhext-ich schwöre ich bin verhext.