1998 HONDA CUP

Ich wollte endlich den HONDA-CUP gewinnen und so trainierte ich noch härter als das Jahr zuvor. Zudem hatte ich mit der Fa. 2 RAD SÜD eine großartige Unterstützung. Wie schon im vorigem Jahr konnte ich das erste Rennen in RIJEKA gewinnen. Ein Sieg am SALZBURG-RING folgte. Beim nächsten Rennen am PANNONIA-RING war ich mir soooo sicher wieder siegen zu können. Doch schon am Donnerstag beim freien Training hatte ich einen gewaltigen Abflug. Mit sehr großer Anstrengung und unter großen Schmerzen in der Rechten Schulter konnte ich das Rennen am Sonntag als Dritter beenden.

Zum letzten Rennen nach BUDABEST reiste ich mit einen fünf- Punkte Rückstand auf den führenden Reinhold Gutzelnig an. Ich mußte dieses Rennen gewinnen, denn bei Punktegleichstand hätte ich einen Sieg mehr in der Tasche. Der ganze erste Trainingstag (Donnerstag) war verregnet. Albert Beichtbuchner und ich waren die einzigen die bei diesem Sauwetter trainierten. Die beiden Zeittrainings am Freitag und Samstag waren trocken. Ich bemühte mich wirklich sehr, doch mehr als ein vierter Platz war nicht drinnen. Ich spürte eine ziemliche Nervosität in mir. Noch am gleichen Tag am Abend fing es wieder zu schütten an. Diese Tatsache machte meine Nervosität noch größer, galt doch Reinhold Gutzelnig als der beste Regenfahrer. Es herrschte am Sonntag GUTZ- Wetter. Doch je mehr sich der Start näherte um so mehr gelang es mir meine Nervosität abzulegen und in einen absoluten Siegeswillen umzuwandeln.

Der Start aus der ersten Reihe war gut, doch in der ersten Kurve war ich übervorsichtig. So fand ich mich nach der ersten Runde an fünfter Stelle wieder. Gutzelnig führte und war schon sehr weit vor mir. „Scheiße, jetzt ist alles vorbei“, dachte ich mir. Ich konnte mich zu keiner Taktik entschließen. Es gab nur zwei Möglichkeiten. Entweder angreifen oder auf Sicherheit fahren und auf einen Fehler von Gutzelnig hoffen. Gleichzeitig dachte ich mir, dass der beste Regenfahrer im ganzen Honda-Cup sicher keinen Fehler machen wird. Also entschloß ich mich zum absoluten Angriff. Binnen drei Runden konnte ich auf den zweiten Platz vorfahren. Doch Gutzelnig war schon fast eine ganze Start-Ziel-Gerade vor mir. Ich liess nicht locker und hatte in den nächsten Runden einige üble Quersteher. Bei Halbzeit des Rennens war ich am Hinterrad von Gutzelnig. Gleich der erste Angriff war Erfolgreich. Nach zwei schnellen Runden konnte ich zu meiner Verwunderung feststellen, dass ich mich absetzen konnte. Noch eine Runde später machte dann der unschlagbare Regenkönig (Gutzelnig) einen folgenschweren Fehler. Er hatte sich beim anbremsen der ersten Kurve nach Start-Ziel verbremst und mußte von der Strecke. Das war’s, ich hatte 15sec. Vorsprung. Dieser Abstand blieb bis ins Ziel gleich.

Ich hatte das Regenrennen und auch den HONDA-CUP 1998 gewonnen. Dies war einer der schönsten Tage in meinem Leben.