Saisonvorbereitung

Die Wintermonate waren wieder einmal von der Ungewißheit, wie es in der heurigen Saison weitergehen soll, geprägt. Zahlreiche Ideen wurden geboren, Möglichkeiten tauchten auf und verschwanden wieder, bis der Kontakt mit Christan Stampfer von Zweirad Ginzinger zustande kam. Hierbei stimmte die „Chemie„ auf Anhieb und somit war eine Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gegeben. Darüber hinaus bietet die Firma Ginzinger als einer der größten Betriebe der Zweiradbranche in Österreich und Aprilia/Moto Guzzi Generalimporteur einen soliden wirtschaftlichen Hintergrund.

Nach den ersten Gesprächen stand fest, daß ich mit einer Aprilia RSV Mille R die österreichi-sche Meisterschaft in der Klasse Stocksport bestreiten werde. Dieses Projekt stellt für mich eine große Herausforderung dar, gilt es doch ein neues Motorrad aufzubauen und zu entwi-ckeln.

Zudem hat sich die Stocksportklasse nunmehr zur „Königsklasse„ im österreichischen Straßen-rennsport entwickelt und wird auch international zusehends mehr an Bedeutung erlangen. Für die Stocksportklasse sind 4 Takt-Motorräder mit 2 Zylindern (850-1200 ccm), 3 Zylindern (750-1000 ccm) und 4 Zylindern (600-1000 ccm) zugelassen. Der Verkaufspreis der Motorrä-der darf Euro 18.500 inkl. Steuern (= ATS 250.000,-) nicht überschreiten und gemäß Regle-ment dürfen im Vergleich zu anderen Klassen z.B. Supersport, Superbike nur geringe Verände-rungen gegenüber den Serienmodellen vorgenommen werden. Dadurch entsteht die größtmögli-che Identifikation der Zuseher bzw. Kunden mit den einzelnen Modellen. Dies wiederrum bildet eine gute Plattform für Hersteller, Generalimporteure und Händler, Ihre Produkte zu präsentieren und ein attraktives Umfeld für uns Fahrer.

Bedingt durch die Tatsache, daß die Entscheidung für dieses Projekt erst im März erfolgte, war die Saisonvorbereitung – wie schon in den Jahren zuvor – katastrophal. Obwohl ich das Mo-torrad innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung hatte, blieben nur mehr wenige Wochen um das Motorrad und mich auf die Saison vorzubereiten.

So konnte ich nur einmal Testfahrten absolvieren. Dies war im Rahmen unseres Fahrtechnik-trainings am Pannoniaring. Wie sich bereits bei den ersten Runden mit der noch fast gänzlich serienmäßigen „RSV Mille„ herausstellte, ist die Aprilia auf guat weanasteirisch gsogt „a lei-waunds Moperl„. Insbesondere das Fahrwerk mit Öhlins-Gabel und -Federbein ist vom feins-ten. Insgesamt mußte ich feststellen, daß die „RSV Mille„ aufgrund der Verwendung hochwer-tiger Komponenten eine nahezu ideale Basis für Renneinsätze darstellt.

Der Aufbau des Motorrades für den Renneinsatz gestaltete sich zeitaufwändiger als in den Vorjahren, da wir uns neue Kontakte für die Lieferung von einzelnen Komponenten aufbauen mußten. Verlaß war in jedem Fall auf die Firma Lucas, auf deren Fußrasteranlagen und Brems-beläge ich seit Jahren vertraue. Weiters hat mir Wolfgang MARCHL von der Fa. Fimoto einige hochwertige Racing-Parts zur Verfügung gestellt.

Neu hingegen sind die Reifen. Nach meinen positiven Erfahrungen im Honda-Cup arbeite ich in der heurigen Saison mit Michelin zusammen und erwarte mir davon eine „Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung“.

Last but not least möchte ich meine Finanzsponsoren erwähnen, die es mir ermöglichen, die nicht unbeträchtlichen Kosten einer Saison zumindest teilweise abzudecken. Dies ist die Me-tallbau Eybel GmbH., ein renommiertes Metallbau und Eisenhandelsunternehmen mit Firmen-sitzen in Hainburg/D. bzw. Wolfsthal, NÖ, sowie die Firma Polzinger mit Sitz in Offenhausen, OÖ, die sich auf Estrich- und Teppichverlegung spezialisiert hat.

Ich möchte mich bei allen Sponsoren nochmals herzlich für die Unterstützung bedanken.